Markt Wiesenttal
- Regierungsbezirk: Oberfranken
- Landkreis: Forchheim
Blühende Promenade Muggendorf
Das Blühprojekt
Mit dem Projekt "Starterkit - Blühende Kommunen" engagiert sich der Markt Wiesenttal aktiv für den kommunalen Insektenschutz und schafft nachhaltig hochwertige Lebensraumstrukturen für heimische Insekten. Zwei Flächen entlang der Promenade in Muggendorf mit einer Gesamtfläche von knapp 7000 m² wurden im Rahmen des Projekts auf eine ökologische Pflege umgestellt und durch die Ansaat eines Blühstreifens mit heimischem Saatgut aufgewertet. Durch die insektenfreundliche Mahd wird sich die Artenvielfalt, sowohl die Pflanzen als auch die Insekten betreffend, im Laufe der Zeit erhöhen. So trägt der Markt Wiesenttal dazu bei den Insektenrückgang aufzuhalten.
Übersicht der umgesetzten Maßnahmen:
Fläche 1:
- Pflegeumstellung auf eine ökologische und insektenfreundliche Mahd
- Jährlich rotierende Insektenschutzstreifen
Fläche 2:
- Abmagerung durch Oberbodenabzug und Einarbeitung von Sand
- Ansaat mit gebietsheimischem Wiesendruschsaatgut
- Anlage eines Sandariums
- Integration von Totholzstämmen
- Insektenhotel (Umweltbildungsmaßnahme des Naturparks Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst e.V. zusammen mit einer 3. Klasse der örtlichen Grundschule)
Öffentlichkeitsarbeit
Gesamtlageplan
Partner des Projekts
- Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst e.V.
Besonderheiten des Projekts
Schaffung magerer Bodenverhältnisse
Um langfristig den Artenreichtum von Blühwiesen zu erhalten, ist nicht nur eine angepasste Pflege erforderlich. Auch die Bodenverhältnisse sollten möglichst nährstoffarm, also mager sein, da ansonsten nährstoffliebende Pflanzen die Überhand nehmen und andere konkurrenzschwächere Arten verdrängen. Der Markt Wiesenttal hat in diesem Fall durch Abziehen des nährstoffreichen Oberbodens und der Einarbeitung von Sand dauerhaft magere Bodenverhältnisse geschaffen, von der viele Arten der Blühmischung profitieren werden. Aufgrund der höheren Kosten und des großen Eingriffs in den Bodenhaushalt sollte allerdings immer abgewogen werden, inwiefern diese Maßnahme sinnvoll und nötig ist.
Sandarium
Das "Sandarium" ist eine Nachbildung von natürlichen, trockenen Sandlebensräumen mit Abbruchkanten oder offenen Bodenstellen. Es kann sowohl als bodenebene Fläche als auch als erhöhtes Beet mit einer Mauer o.Ä. als Begrenzung gebaut werden. Sie erfüllen zugleich zwei Funktionen auf einer naturnahen Fläche:
- die offenen, bewuchsfreien Stellen dienen als Nistplatz, in dem bspw. Wildbienen ihre Niströhren anlegen. Knapp ¾ aller Wildbienenarten nisten im Boden, nur ein kleiner Teil der Arten nutzen die Röhren aus Insektennisthilfen.
- Aufgrund des mageren Substrats können Pflanzenarten im Sandarium wachsen, die auf anderen Standorten nicht vorkommen. Sie sind auf nährstoffarme und trockene Bedingungen angepasst und bieten vielen spezialisierten Insekten, aber auch häufiger vorkommenden Arten wie Hummeln, Pollen und Nektar.
Kontakt
Bei Fragen zum Projekt können Sie sich an die Kommune wenden.