Gemeinde Untersteinach
- Regierungsbezirk: Oberfranken
- Landkreis: Kulmbach
Untersteinach blüht auf
Das Blühprojekt
Die Gemeinde Untersteinach beteiligte sich zur Förderung der Biodiversität am Projekt "Starterkit - Blühende Kommunen". Dafür wurden drei Grünflächen mit einer Gesamtfläche von ca. 1650 m² am Neuen Friedhof, nördlich des Friedhofsgebäudes, ökologisch aufgewertet. Im Herbst 2024 wurden in gemeinsamen Aktionen zusammen mit dem Bauhof Untersteinach, der Kreisfachberaterin Anna Lena Ostermeier und der damaligen Blühpaktberaterin Dr. Jana Ernst das Sandarium angelegt, Wildpflanzen eingesetzt sowie Obstbäume gepflanzt.
Übersicht der umgesetzten Maßnahmen:
Fläche 1 (420 m²) und Fläche 2 (1160 m²):
- Umstellung auf eine zweischürige, insektenschonende Mahd
- Pflanzung von sechs Hochstamm-Obstbäumen (je zwei Apfel-, Birnen- und Zwetschgensorten)
- Ansaat auf einer Teilfläche (ca. 75 m²) mit gebietsheimischem Wiesendruschsaatgut
Fläche 3 (65 m²):Anlage eines Sandariums direkt am Friedhofsgebäude
- Sandschicht von 40- 50 cm Tiefe
- Bepflanzung mit 570 heimischen Wildpflanzen aus 21 verschiedenen Arten (u.a. Wiesen-Witwenblume, Schwarze Flockenblume, Wiesen-Salbei, Natternkopf, Kartäusernelke, Thymian und Oregano)
- Gestaltung mit stehendem und liegendem Totholz sowie Wurzelstöcken
Öffentlichkeitsarbeit
Gesamtlageplan
Besonderheiten des Projekts
Sandarium
Das "Sandarium" ist eine Nachbildung von natürlichen, trockenen Sandlebensräumen mit Abbruchkanten oder offenen Bodenstellen. Es kann sowohl als bodenebene Fläche als auch als erhöhtes Beet mit einer Mauer o.Ä. als Begrenzung gebaut werden. Sie erfüllen zugleich zwei Funktionen auf einer naturnahen Fläche:
- die offenen, bewuchsfreien Stellen dienen als Nistplatz, in dem bspw. Wildbienen ihre Niströhren anlegen. Knapp ¾ aller Wildbienenarten nisten im Boden, nur ein kleiner Teil der Arten nutzen die Röhren aus Insektennisthilfen.
- Aufgrund des mageren Substrats können Pflanzenarten im Sandarium wachsen, die auf anderen Standorten nicht vorkommen. Sie sind auf nährstoffarme und trockene Bedingungen angepasst und bieten vielen spezialisierten Insekten, aber auch häufiger vorkommenden Arten wie Hummeln, Pollen und Nektar.
Totholz
Auf keiner naturnahen Fläche sollte Totholz fehlen! Anders als der Name klingt, steckt Totholz voller Leben: Käfer, Würmer, Spinnen sowie Wespen und Wildbienen, die als Zweitbesiedler in den Fraßgängen der Totholzkäfer ihre Eier ablegen, leben in oder am Totholz. In größeren Totholzstrukturen finden auch Igel, Erdkröten und Co. einen Unterschlupf. Wichtig ist auch hier eine große Vielfalt: stehend, liegend, besonnt, beschattet, verschiedene Baumarten und Größen. Außerdem sollte kein Nadelholz verwendet werden. Die Gemeinde Untersteinach hat all diese Punkte umgesetzt. Es bleibt spannend, welche Arten sich dort in den kommenden Jahren ansiedeln werden!
Kontakt
Bei Fragen zum Projekt können Sie sich an die Kommune wenden.