Blühender Betrieb - Häufig gestellte Fragen

Was kostet eine Umgestaltung?

Je nach Maßnahme, eine Umgestaltung muss nicht unbedingt kostspielig sein. Es besteht eine große Flexibilität in der Wahl der Maßnahmen und deren Kosten. So reichen die Richtwerte der Herstellungskosten etwa für eine artenreiche Wiese von 8 Euro/m², über 20 Euro/m² für eine Staudenpflanzung oder eine frei wachsende blühende Hecke und bis zu 50 Euro/m² für eine extensive Dachbegrünung. Konkrete Angaben für den Einzelfall geben Landschaftsplaner und Garten- und Landschaftsbaubetriebe.

Sind die Kosten für Anlage und Unterhalt von naturnahen Liegenschaften höher als bei gärtnerischen Anlagen?

Das hängt von den jeweils ausgewählten Maßnahmen für naturnahe und gärtnerische Anlagen ab. Im Generellen sind die Kosten naturnaher Maßnahmen häufig niedriger, da die Materialien günstiger sind. Grundsätzlich ist beim Unterhalt beziehungsweise der Pflege mit einem geringeren Aufwand für naturnahe Anlagen als bei gärtnerischen Anlagen zu rechnen, da zum Beispiel weniger Mahdgänge erforderlich sind, weniger Düngegaben erfolgen, die Pflanzen besser den Standortverhältnissen angepasst und damit robuster sind .

Gibt es Zuschüsse für eine Umgestaltung?

Spezielle staatliche Biodiversitäts-Förderprogramme für Unternehmen gibt es derzeit (Stand 2017) nicht. Aktuelle Förderprogramme im Umweltschutz können Sie der Förderfibel des Info-Zentrums UmweltWirtschaft entnehmen:
www.umweltpakt. bayern.de/foerderfibel

Welchen Umfang haben die Maßnahmen?

Von einfach bis aufwendig ist alles möglich, es gibt die verschiedensten Maßnahmen, zwischen denen je nach Möglichkeiten des Unternehmens gewählt werden kann. Es besteht kein Zwang, eine bestimmte Art oder Anzahl an Maßnahmen umzusetzen. Ganz einfache Maßnahmen sind etwa das Aufhängen von Nistkästen oder das Aufstellen von Insektenhotels. Größere Auswirkungen, aber auch mit erhöhten Anforderungen verbunden, haben die Anlage von Gehölzpflanzungen oder die Entsiegelung von asphaltierten Parkplatzflächen.

Wie groß muss die Fläche für eine naturnahe Gestaltung sein?

Dafür gibt es keine konkrete Festlegung. Neben aufwendigen und großflächigen Maßnahmen auf großen Firmengeländen sind kleine Flächen ebenso geeignet: Beispielsweise die Entsiegelung weniger Stellplätze oder die Umgestaltung von Abstandsflächen im Eingangsbereich. Auch solche kleinen Flächen bieten Insekten bereits wertvolle Kleinbiotope.

Welche Genehmigungen brauche ich?

Das hängt vom jeweiligen Ausgangszustand und der Art der Maßnahmen ab. Für viele Umgestaltungsmaßnahmen ist gar keine Genehmigung erforderlich.
Soweit bau-, wasser- oder naturschutzrechtliche Aspekte betroffen werden, können Genehmigungen notwendig werden. Dafür ist dann die Beratung durch Fachkräfte sinnvoll.

Wo finde ich Hilfe für die Umgestaltung?

Es gibt von verschiedenen Seiten Hilfestellungen:
Landschaftsarchitekten, Garten- und Landschaftsbauunternehmen, Umweltämter und Naturschutzbehörden oder Umweltverbände und Naturschutzvereine.
Weitere Informationen finden sich auf der ANLWebsite:
www.anl.bayern.de/projekte/unternehmen_natur/

Können entsprechende Maßnahmen auch in gemieteten Objekten durchgeführt werden?

Das Einverständnis des Vermieters vorausgesetzt, können viele der Maßnahmen auch in gemieteten Liegenschaften durchgeführt werden. Es ist empfehlenswert, dass das Einverständnis und die Regelungen
nach Ende der Mietzeit zwischen Vermieter und Mieter schriftlich vereinbart werden.

Was mache ich, wenn ich die umgestaltete Fläche brauche, es aber eine Nutzungseinschränkung von Flächen durch eine Zuwanderung geschützter Arten gibt?

In der Praxis entstehen meist keine Probleme, wenn die Maßnahmen sorgfältig geplant werden und Habitate für geschützte Arten auf Flächen entstehen, die langfristig nicht mehr benötigt werden. Flächen, die möglicherweise noch genutzt werden sollen, können häufig so umgestaltet werden, dass eine Ansiedlung geschützter Arten unwahrscheinlich ist. Sie können sich dazu Rat bei Ihrer Naturschutzbehörde, Fachplanern und lokalen Naturschutzorganisationen einholen. Falls die Ansiedlung von besonders und/oder
streng geschützten Arten zu erwarten ist, kann dies unter Umständen naturschutzrechtliche Einschränkungen nach sich ziehen. In einem solchen Fall können von den zuständigen Naturschutzbehörden
unter bestimmten Bedingungen artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigungen erteilt werden. Dies sollte jedoch vor Beginn der Umgestaltung geklärt werden.